Mut zum Risiko
Herausforderungen für die Arbeit mit Jugendlichen
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Mut zum Risiko Herausforderungen für die Arbeit mit Jugendlichen Einwanger, Jürgen (Hrsg.), mit einem Vorwort von Alexander Huber und Beiträge verschiedenster Autoren. 287 Seiten. 67 Abbildungen, 5 Tabellen Empfohlen vom Österreichischen Alpenverein. ISBN 978-3-85502-883-2
Reinhardt Verlag € 24,90
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Zum Thema: Das Buch erscheint in der Reihe „erleben & lernen“ und wendet sich somit an (Erlebnis-?) Pädagogen, die sich vornehmlich mit Risikoverhalten von Jugendlichen beschäftigen. Es wird der Frage nachgegangen, wie mit Jugendlichen handlungsorientiert, ihrem Bedürfnis nach Grenzfindung entsprechend, gearbeitet werden kann. Die Autoren der Beiträge kommen aus verschiedenen Feldern der Jugendarbeit, wie Gesundheits- und Suchtprävention, dem „Dunstkreis“ des Alpenvereines (wie es der Herausgeber selbst beschreibt), oder aus dem therapeutisch/pädagogischen Tätigkeitsfeld. Zentral wird die Notwendigkeit eines bewussten Umgangs mit Grenzerfahrungen als Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung angenommen. Das Lernen mit Gefahren umzugehen, ob Drogenkonsum, Risikosportarten als auch andere Risikobereitschaften, ist das Anliegen des Buches.
Inhalt: Aus dem Vorwort von Alexander Huber: „Sicherheit kommt nie von außen, sondern immer nur vom Bergsteiger selbst“ Dieser Satz trifft das Kernanliegen dieses Buches in aller Konsequenz.
Das Buch gliedert sich in 4 Bereiche
1. Theoretische Grundlagen (S. 13-98) In 12 Beiträgen, die von der Bindungstheorie bis zur Frage der Aufsichtspflicht reichen, wird versucht dem Phänomen des Risikoverhaltens gerecht zu werden. Die Beiträge im Einzelnen durchzugehen ist in diesem Rahmen nicht möglich, da sie unterschiedlichste Ansätze beinhalten. Geschlechtsspezifische Fragen, Forschungsansätze bis zum (berechtigten) sozialpolitischen Aufruf nach Spielräumen für Kinder sind nur ein Teil der Angebote und Erklärungsmodelle.
2. Erkenntnisse und Konsequenzen für die Praxis (S. 99-177) Die 10 in diesem Kapitel zusammen gefassten Beiträge beinhalten Arbeitsansätze, Ergebnisse von Feldforschung sowie die Gestaltung von Risikoräumen. Wieder ist das Spektrum der Beiträge weit gestreut und bietet vielfältige Inhalte. Als Beispiele seien genannt das „Recht auf Risiko – Recht auf Entwicklung!“ mit beeinträchtigten Menschen, die „Risikooptimierung als Leitungskonzept“ im alpinen Bereich oder „Das entzauberte Risiko – Rituale und Initiation...“.
3.Best practice – Realisierte Projekte und Konzepte (S. 178-232) Dieses Kapitel umfasst 7 Projekte, unterteilt in Kurzprogramme und in Mittel -und Langfristige Projekte. „Frühlingserwachen – Sexualität, eines der größten Risiken der Pubertät“, „Risk’n’fun – Risikooptimierung für jugendliche FreeriderInnen“ oder „Hawara (für nicht Wiener: = Kumpel) System – Begleitung von Jugendlichen“ sind Beispiele der Bandbreite, die wieder Angeboten wird.
4. Übungsanleitungen (S. 233-277) Schlussendlich werden noch 19 Übungen mit denen die Themen bearbeitet werden können vorgestellt.
Diskussion: Man möge dem alten Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ glauben, hier trifft es nicht zu. Obwohl aus verschiedenen Arbeitsfeldern, aus verschiedenen deutschsprachigen Ländern und auch aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammengestellt, ergibt das Buch eine in sich logisch aufgebaute Darstellung des Themas. Einige Beiträge scheinen zwar auf den ersten Blick nicht immer zwingend zum Thema Jugendarbeit zu gehören (z.B.: „Risiko im Kindergarten“), sind aber nicht nur interessant sondern auch relevant und der rote Faden bleibt erhalten. Das Buch richtet sich vor allem an praktizierende Pädagogen, die in ihren Zielgruppen entsprechende Risikobereitschaft vorfinden. Das Thema selbst hat aber eine immer wichtigere Bedeutung und sollte darüber hinaus eine viel weitere Breitenwirkung bekommen.
Fazit: Das Buch erklärt und stellt Arbeitsansätze mit risikobereiten Jugendlichen kompetent dar. Es vermittelt Wissen um das Thema durch die Grundlagen, es zeigt Modelle und Konzepte wie es gehen kann, aber vor allem drückt es eine pädagogische Grundhaltung mit dem „Mut zum Risiko“ aus. Ziele der pädagogischen Arbeit, Eigenverantwortung und Entscheidungskompetenz zu vermitteln werden hier in handlungsorientierten Ansätzen anschaulich und theoretisch begründet vorgestellt. Ein Buch vor allem für Fachkräfte, mit einem Anliegen das eigentlich alle PädagogInnen beschäftigen sollte.
Rezensent: DSA Werner Ebner MSc Fachhochschule Linz, Studiengang Sozialarbeit
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