Die erlebnispädagogische Landschaft


Aktuelles zu Projekten und Anbietern erlebnispädagogischer Programme

(Jürgen Einwanger, Vortrag 2003)



EINLEITUNG

 

EP - Landschaft / Einleitung


Die erlebnispädagogische Landschaft in Österreich!
Ich darf Sie einladen zu einem kleinen Streifzug, zu einer Wanderung durch eine sehr abwechslungsreiche und vielfältige Landschaft.

Lassen Sie mich anfangs, und zum besseren Verständnis meiner Ausführungen, meinen Blickwinkel auf diese Landschaft, meine eigene Historie dazu erklären. Das dient zum einen der Klärung von Erwartungen – bin ich doch einer der erst seit einigen Jahren in diesem Landstrich wandert – das eröffnet aber auch die Chance einer „Außensicht“ – Wie diese Landschaft auf jemanden wirkt, der auf neugieriger Entdeckungsreise ist!

Diese Perspektive kann ich Ihnen anbieten.

Nach Reiseprojekten mit behinderten und nach ersten Erfahrungen in der Arbeit mit verhaltenskreativen Jugendlichen bin ich in meiner persönlichen pädagogischen Landschaft seit ca. 10 Jahren in der Hauptsache mit handlungsorientierten Ansätzen unterwegs. Ob Werk-, Wohn-, Freizeit-, Umwelt- oder Erlebnispädagogik – das aktive Tun hat sich mir sehr bald und sehr deutlich als eine Art „Königsweg“ gezeigt, lässt er doch den Wandel zu von der Er–zieh-ung zur Beg-leitung! Weg von der rein kognitiven 70er Jahre Pädagogik der „Kaffeetassen“ hin zur aktiven Begegnung.

Wenn dann noch die Chance besteht, das gemeinsame Handeln durch „Zeit“ und „Beziehung“ auf ein festes Fundament zu stellen, gibt es dabei gute Möglichkeit der nachhaltigen und dadurch sinnvollen Unterstützung von Entwicklungsprozessen

Seit 1995 wandere ich auch in der Erwachsenenbildung – zunächst primär im Süddeutschen Raum – seit 1998 verstärkt in ganz Deutschland Österreich und Südtirol.
Dabei habe ich die Unterstützung durch unterschiedlichste KollegInnen sehr zu schätzen gelernt – den Raum für Begegnung Fachtreffen, Tagungen, Infoplattformen – Austausch und gemeinsame Entwicklung.
Seit drei Jahren nun bin ich primär in westösterreichischen Gefilden unterwegs.

Sicherlich hätte es auch jene gegeben, die diese Landschaft authentischer schildern könnten als ich das kann – haben sie diese Landschaft doch seit Jahren mitgestaltet
Es sind dies beispielsweise die frühen Initiatoren der SPAT Straßen-Aktivitäten oder Günter Amesberger die als Erste maßgeblich Hand angelegt und diese Landschaft geprägt haben, die publiziert haben und als Österreichische Vertreter der Erlebnispädagogik auch auf dem internationalen Parkett aufgetreten sind.

Den Auftrag an mich über die aktuellen Entwicklungen zu erzählen, verstehe ich als Aufforderung zu Objektivität – soweit der dazu nötige Überblick aus den tiefen Tälern der Tiroler Berge, in denen ich nun lebe, möglich ist.


ÖSTERREICH DU LAND DER BERGE

 

Österreich du Land der Berge


„Österreich du Land der Berge“
Auf der Suche nach der erlebnispädagogischen Landschaft, hat man zunächst den Eindruck man blicke auf eine eher flache Wüste!

Ich weiß, dass Bilder dieser Art zur Zeit sehr vorbelastet sind – sagt man doch seit den Ereignissen in der Wüste – jeder weiß schon bei dieser vagen Andeutung um was es geht – sei die österreichische Erlebnispädagogik in der Krise. Aber dazu später noch! Auch die Vorkommnisse in Algerien sensibilisieren gegenüber solchen Bildern – ich hoffe Sie erlauben mir trotzdem diese Auswahl, da das Bild in der übertragenen Bedeutung hier sehr gut passt.

Erst bei genauer Betrachtung erschließt sie sich – die Wüste! – langsam aber dann auch immer deutlicher. Es gibt sie – die Oasen – Orte der gemeinsamen Begegnungen, erfolgreiche Projekte blühen rund um diese erfrischenden Quellen! Diese Quellen sind meist Anbieter von Ausbildung, Zentren des „Wissens“!

Wie Nomadenstämme scheinen Zugehörige um diese Oasen zu kreisen – die Kreise aber gerade nur so groß, dass es keine ernsthafte Berührung keinen über Höflichkeit hinausgehenden Kontakt mit anderen Stämmen gibt.

Dazwischen – einige wenige ziehende Völker! Sie sind nicht so fest verortet hängen Informations- und Kommunikationstechnisch nicht so eng an den Wasserläufen und Quellen der Oasen – vermeiden aber ebenfalls den direkten Kontakt!

So der erste Eindruck!

Da entsteht doch die Frage, welche „Schätze“ all diese Völker bewahren, dass sie sich nur
im sicheren Abstand zueinander wohl fühlen – könnte es gar etwas mit den Schätzen der „Weltretter“ zu tun haben? - die, die es unbedingt tun wollen – aber nach dem Motto „Wir retten die Welt – aber bitte alleine“, ihren „Auftrag“ gefährdet sehen wenn es darum geht eine Handels-Beziehung mit den anderes Stämmen dieser Landschaft einzugehen!

Dieser Erste Eindruck hält einige Zeit vor – und, ist man aus einem Land angereist in dem der Handel blüht, so braucht man etwas Zeit um sich daran zu gewöhnen - bis sich einem langsam die verborgenen Schätze und die Zusammenhänge erschließen.


LANDSCHAFTSVERGLEICH
Dazu möchte ich Ihnen zunächst einen Landschaftsvergleich anbieten, der als erster Erklärungsversuch dienen mag.
Um die Dynamik von Entwicklungsprozessen und die internationale Einordnung zu ermöglichen, ist es sinnvoll auch die Eindrücke aus vergangenen Reisen einzubeziehen. Dazu leihe ich mir den Erfahrungsschatz eines erfahrenen Weltreisenden in Sachen Erlebnispädagogik und möchte Prof. Dr. Simon Priest von der Brock University, Ontario, Canada zitieren.

In seinem Vortrag auf dem internationalen Kongress erleben&lernen 1998 hat Priest einige Betrachtungen zur Zukunft der Erlebnispädagogik angeboten. Um den Entwicklungsbogen aus der Vergangenheit zu spannen bediente es sich einem sehr anschaulichen Vergleich - der bakteriellen Wachstumskurve.
 

Wachstumskurve 


Ich zitiere: „Die quantitative Entwicklung der Erlebnispädagogik in den vergangenen sechzig Jahren, seit ihrem frühen Anfang mit Outward Bound während des II Weltkrieges, ist – genau wie der Produktzyklus in der Wirtschaft – mit der bakteriellen Wachstumskurve vergleichbar.
... Zuerst langsam wachsend, in der Folge exponentiell steigend, dann plateaumäßig stagnierend und schließlich aufgrund fehlender Nahrungsressourcen und Anhäufung von Abfallstoffen abrupt abfallend.
Zitat Ende.

Priest übersetzt diese Kurve auf die Entwicklung verschiedener „Landschaften“ und unterteilt dabei wie folgt:

Ich zitiere nochmals: „Ich hatte das Glück, in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt reisen zu dürfen und deren erlebnispädagogische Programme und Zentren bei der Arbeit beobachten zu dürfen. Aufgrund dieser Beobachtungen würde ich einige asiatische Staaten (...) und verschiedene europäische Länder (z.B. Deutschland, Belgien, Holland, Finnland, Norwegen oder Tschechien) in der Initialphase des Wachstums einordnen. Viele dieser Länder zeigen ähnliche Muster. Die wenigen Anbieter, die bereits existieren, organisieren Zusammenkünfte, um über Methoden und Ideen, die sie haben zu diskutieren.

Ehemalige Commonwealthstaaten wie Neuseeland, Australien und Kanada sind bereits weit in der Exponentialphase. Regelmäßige Konferenzen werden abgehalten und Dokumentationen in Büchern und Zeitschriften erscheinen, erste Gesetze und Auflagen entstehen. Bis unlängst schützte in Neuseeland ein Gesetz erlebnispädagogische Einrichtungen davor, bei Unfällen verklagt zu werden. Australien und Kanada haben seit einiger Zeit Probleme mit Gerichtsverfahren, aber sie sind immer ein Jahrzehnt hinter Amerika hergehinkt. Nun ist die Unfallgesetzgebung auch in diese Länder gekommen und als Folge steigen die Sicherheitsstandards dieser Länder.

Die USA, das Heimatland der Erlebnispädagogik seit 1970, befindet sich wohl auf dem Plateau. Während eine lange Geschichte von Konferenzen und Publikationen besteht, begegnet die relativ gleichbleibende Anzahl von Praktikern der Herausforderung von immer neuen Gesetzen und Einschränkungen. Die kreativen Ideen und Methoden scheinen von Spezialisten aus den Vereinigten Staaten zu kommen. Unglücklicherweise ist Amerika auch führend in den Gerichtsverfahren und konsequenterweise hat diese auf Rechtsprechung ausgerichtete Gesellschaft die höchsten Sicherheitsstandards aller Nationen (und auch die höchste Anwaltsrate pro Kopf)

England (der Geburtsort der Erlebnispädagogik) ist nach 60 Jahren des Wachstums schon im Abnahmebereich und wenig wird getan, um dem gegenwärtigen Problem entgegenzutreten. Dort schließen regelmäßig erlebnispädagogische Einrichtungen und Programme. Standardisierung und Einschränkung würgen Kreativität und Innovationen ab. Konferenzen und Publikationen sind gut etabliert, aber die britischen Ideen und Methoden haben sich in den letzten zwanzig Jahren kaum verändert. Weiterhin ist es das Land mit den meisten Gesetzen und Regulierungen, und dennoch wurde gerade erstmalig ein Anbieter nach der Lyme Bay Tragödie aufgrund des Einstellens von unqualifizierten Mitarbeitern zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Man sieht es ist nicht immer von Vorteil, die Vorreiterrolle zu spielen.“
Zitat Ende.

Für diese Zuordnung bedient sich Priest eines Wachstumsrasters, in dem er verschiedene Attribute nach den Phasen der Wachstumskurve anhand des Entwicklungsstandes beschreibt.

 

Wachstumsraster nach Simon Priest 


In jeder Säule der Tabelle ist ein Feld markiert – dies gibt die Einschätzung von Priest für die Situation in Deutschland 1998 wieder. Wo würden Sie Österreich einschätzen – an welcher Stelle der Entwicklungskurve sehen Sie die momentane Entwicklung?

Sehen wir sie uns gemeinsam an. – Ich denke, dass, beurteilt man die Situation in Österreich heute, einige Parallelen entstehen zu dem Bild, das Priest vor fünf Jahren über Deutschland gezeichnet hat. An anderen Stellen gibt es nach meiner Beobachtung deutliche Unterschiede. So denke ich, dass sich in Österreich nach dieser Einteilung das Meiste in der Startphase, einiges andere in der Wachstumsphase befindet.
Frei nach dem Motto „allem Anfang wohnt ein Zauber inne“ erklärt dies auch die große, noch spürbare Faszination der Aktiven und birgt den Vorteil von den Fehlern der anderen zu lernen. Trends für Österreich sind derzeit an beispielsweise der Deutschen Entwicklung recht gut abzulesen – mit unterschiedlicher Zeitverzögerung.

Aber nun im Einzelnen:
PROGRAMME werden nach meiner Wahrnehmung noch eher begrüßt als sich skeptischem Widerstand stellen zu müssen.
Es gibt relativ wenig ZENTREN und die PROFFESSIONALISIERUNG durch regelmäßige Konferenzen Fachpublikationen und Berufsverbände ist noch im entstehen.
Der Zugang zur NATUR ist durch Auflagen zwar etwas limitiert, die Teilnehmerzahlen bei Naturaktivitäten steigen jedoch weiter an.
In der PRAXIS sind erste Suchbewegungen nach Standards im Gange, aber sicher noch keine allgemein gültigen Praktiken etabliert.
Die Mehrzahl der Ausbildungen werden über die jeweiligen Anbieter selbst ZERTIFIZIERT wobei seit ca. einem Jahr an mehreren Pädaks Akademielehrgänge angeboten werden und durch das Qualitätszertifikat der Länder „auf ZAQ“ auch im Bereich der freien Anbieter eine staatliche Anerkennung erreicht wurde.
Die QUALIFIKATIONEN sind eher noch stark im Bereich der hard skills und bei einigen längeren Lehrgängen auch im Bereich der soft skills zu finden.
In der GESETZGEBUNG hat sich im Bereich der Langzeitprojekte einiges verschärft. Allgemein ist das „Handeln“, im Vergleich zu anderen Ländern aber noch wenig von Gesetzten eingeschränkt.
Neben den Freizeitprogrammen, die für mich persönlich nicht zur Erlebnispädagogik zu zählen sind, haben sich in Österreich im Schwerpunkt ERZIEHERISCHE Programme etabliert.


BEGRIFFSKLÄRUNG (evtl. PPP mit diversen Erklärungsmodelle)

 

Die Erlebnispädagogische Waage   Die Erlebnispädagogische Spirale



Spätestens an dieser Stelle komme ich nicht umhin mich zu erklären.

Nicht, dass ich Ihnen eine erneute Diskussion über den Begriff der Erlebnispädagogik zumuten möchte, doch ist es denke ich nicht ganz zu vermeiden, wenn man den Focus „meiner Kamera“ auf die vor mir liegende Landschaft verstehen will.
Es gibt so viele Definitionen von Erlebnispädagogik wie es Landschaftsformen gibt – und doch gibt es für jeden einzelnen von uns die individuell treffendste.

Es gilt der Kommunizierbarkeit zu dienen.

Eine Möglichkeit ist unter dem Begriff Erlebnispädagogik alles zu vereinbaren, was in irgendeiner Form mit Erlebnissen zu tun hat und dann auch noch eine „Wirkung“ in sich hineininterpretieren lässt.
Eine andere Möglichkeit ist es sich von diesem Begriff zu Trennen und durch die Integration ergänzender Methoden „neues zu kreieren“ – ob „kreativ rituell“ oder „Integrative Outdoor-Aktivitäten“ – dies schafft auf jeden Fall die Möglichkeit der eigenen Identitätsbildung.

 

Modell der Handlungsmotivation nach Jürgen Einwanger 


Viele der vorhandenen Erklärungsansätze nähern sich einer Definition durch die Beschreibung der HANDLUNG an.
Das Motivmodell versucht einen anderen Weg, fragt nicht nach dem „was tue ich“ sondern nach dem „warum tue ich etwas“, um wertneutral die Zielsetzung der einzelnen Aktivitäten zu hinterfragen. Damit ergibt sich zunächst grob, diese von Methoden unabhängige Aufteilung.
Das „Was“ hilft dann in einem zweiten Schritt zu einer weiteren, nicht unwesentlichen Differenzierungsmöglichkeit – ist alles pädagogisch motivierte Handeln das mit Erlebnissen einhergeht – und es möge hoffentlich nicht viel anderes geben – Erlebnispädagogik? – oder verwendet man diese Zuschreibung für gewisse Umgebungsbedingungen?
Damit möchte ich klären, dass mein Verständnis von Erlebnispädagogik – und daher auch mein „Bildausschnitt“ - eindeutig dem Handlungsraum der „Naturlandschaften“ verhaftet ist.
Stark in Frage stellen möchte ich auch Modelle, die alle auf dem Adventur Prinzip aufbauende Aktivitäten per se als erlebnispädagogische Settings darstellen.
Es gibt kein automatisch erlebnispädagogisches Setting, sondern das wie und mit welcher Zielsetzung wir etwas tun, macht das Setting für Erlebnispädagogik nutzbar.
Denn sonst wäre nahezu jede noch so spontane natursportliche Aktivität, auch die, die wir mit Freunden privat unternehme, Erlebnispädagogik – na hoffentlich nicht!

Zusammengefasst ergibt sich daraus eine auf den Zielsetzungen, den Ressourcen und dem Gruppenprozess aufbauende Beschreibung des Begriffs. Die simple Frage dazu lässt sich auf „Mit Wem mache ich Was Warum?“ zusammenfassen.

 

Ausbildungslandschaft



Beginne ich nun mit der Darstellung der Ausbildungslandschaft möchte ich darauf hinweisen, dass es dabei nicht um Vollständigkeit geht und die Einteilungen meinem Informationsstand entspricht, den ich mir für die Publikation über die Ausbildungslandschaft in Österreich im Januar 2003 für die Zeitschrift erleben&lernen zusammen getragen habe.

In diesen Recherche konnte ich direkte Informationen der Anbieter erhalten die zusammengefasst folgendes Bild ergeben.
Es bietet sich eine Unterscheidung an die nach der mit der Teilnahme verbundenen Zielsetzung und daher auch nach der Zugangsvoraussetzung der einzelnen Lehrgänge Sinn zu machen scheint.

1.) Weiterbildung Erlebnispädagogik durch offene Anbieter
Mit Teilnahmevoraussetzung: abgeschlossene Berufsausbildung

Als ersten darf ich an dieser Stelle das Angebot unserer Gastgeber - den Lehrgang der Wildnisschule Österreich nennen. Seit 1999 wird in der Wildnisschule unter dem Titel „Handeln als Methode“ in 40 Ausbildungstagen und 16 Selbstlerngruppentagen ein integratives Modell von Erlebnispädagogik an Frauen und Männer aus pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern vermittelt. Teilnahmevoraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine bestehende Tätigkeit im jeweiligen Arbeitsfeld. Die Ausbildung wird über die Wildnisschule zertifiziert und kostet 4600,00 €.
Thematischer Schwerpunkt ist die integrative Erlebnispädagogik. Dies meint die Integration kreativer und therapeutischer Methoden – die Integration von neuen Zielgruppen und die Integration in die Alltagsumgebung pädagogischer Arbeit.
Der fünfte Lehrgang beginnt im November 2003.

Bereits sei 1996 bietet die Österreichische Alpenvereinsjugend die Berufsbegleitende Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik an. Auch diese Weiterbildung richtet sich an Interessierte mit abgeschlossener pädagogischer Ausbildung und/oder langjähriger intensiver Erfahrung in der pädagogischen Arbeit mit Gruppen. Die 27 Ausbildungstage und das mindestens fünftägige Praxisprojekt werden durch 25 Stunden Peergruppenarbeit ergänzt. Der Lehrgang wird als Berufsqualifizierende Weiterbildung über alle Landesjugendreferate Österreichs und das Amt für Jugendarbeit in Südtirol zertifiziert und kostete all inklusiv 2.230,00 €.
Thematischer Schwerpunkt ist die Erlebnispädagogik im alpinen Umfeld mit den Ausbildungsschwerpunkten Pädagogische Potentiale - Alpine Kompetenz – Führen und Leiten – Risikokompetenz – Ökologie.
Der 10 Turnus beginnt im Mai 2003.

Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen mit freizeit-, sozial-, und schulpädagogischem Hindergrund arbeiten, will der „Lehrgang für Outdoor-Aktivitäten“ ansprechen. Das Institut für Freizeitpädagogik und die Freiraum GmbH bieten diese Weiterbildung seit 1997 gemeinsam an. Die TeilnehmerInnen müssen eine sozial-/pädagogische Ausbildung oder mehrjährige Gruppenleitungserfahrung mitbringen. Die 36 Seminartage kosten exkl. Aufenthalt und Supervision 2880,00 €. Zertifiziert wird diese Weiterbildung durch das Landesjugendreferat Wien.
Der sechste Lehrgang hat im März begonnen.

2.) Weiterbildungen Outdoor-Trainer durch offene Anbieter
Mit Teilnahmevoraussetzung: abgeschlossene Berufsausbildung

Hier lässt sich der seit 1994 von Prof. Dr. Amesberger unter dem Titel „Fortbildung zum/zur TrainerIn und BeraterIn nach dem handlungsorientierten Ansatz der Integrativen Outdoor-Aktivitäten“ in Wien angebotenen Lehrgang nennen. In den insgesamt 39 Ausbildungstagen wird nach dem speziellen Konzept der IOA besonders auf drei Kompetenzbereiche wertgelegt. Die Gruppenpsychologische, die Sport- und bewegungsbezogene und die Integrationskompetenz. Leitungspraxis, Supervision und Peergruppenarbeit begleiten den Ausbildungsprozess. Die Teilnehmer müssen über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen um den über IOA graduierten Lehrgang absolvieren zu können. Exklusive Aufenthalt kostet diese Weiterbildung 5.070,00 €.
Das sechste Ausbildungscurriculum ist gerade am „laufen“.

Sicherlich sollte man hier den Lehrgang des Vereins E3L nicht vergessen, doch leider liegen mir darüber keine aktuellen Informationen vor und die Internetpräsenz integriert die nach meiner Information veränderte Anbietersituation noch nicht.


3.) Akademielehrgänge der Pädagogischen Akademien
für Studierende

Als Beispiel für die Akademielehrgänge die über die Pädaks angeboten werden möchte ich hier den Lehrgang „Erlebnispädagogik / Outdoor-Trainig“ vorstellen. Dieses Angebot richtet sich an Studierende der Pädak. Linz, wobei Praxiserfahrung erwünscht ist. Die 36 Ausbildungstage werden geblockt angeboten. Der mit Diplomierungshinweis zum „Diplomierten Erlebnispädagogen“ qualifizierende Lehrgang vermittelt praktisch Kompetenzen und theoretisches Wissen mit dem Ziel, zur verantwortlichen Leitung von Erlebnispädagogischen Maßnahmen zu befähigen.
Die Kosten für den Lehrgang belaufen sich auf 365,00€.
In Linz läuft derzeit der zweite Lehrgang an; in Krems und Graz wurden diese im Wintersemester 2002/03 erstmalig angeboten.


4.) Weiterbildung für Interessierte durch offene Anbieter
Ohne Teilnahmevoraussetzung

Diese Sparte möchte ich der Vollständigkeit halber noch kurz erwähnen. Hier geht es um Lehrgänge die meist kurze, einzeln buchbare Wochenendseminare zu einem Lehrgang zusammenschließen.
Die Obernberger Seminare der Alpenvereinsjugend bieten in diesem Segment mehrere, teilweise ebenfalls über die Länder zertifizierte Lehrgänge an, die sich Zielgruppenspezifisch aber mit deutlich weniger Anspruch an das pädagogisch-therapeutische Handeln mit erlebnisorientierten Methoden auseinandersetzen. Den Lehrgang „Spiel und Abenteuer“ für die offenen Jugendarbeit gibt es nun schon seit drei Jahren, der Zweite Turnus von „Jugendarbeit integrativ“ ist gerade angelaufen und der Lehrgang „Mit Kindern unterwegs“ bei dem die praktische Arbeit mit Kindern integriert ist, findet schon beim ersten Durchgang sehr großen Zuspruch.

Der in diesem Jahr zum ersten Mal über das Institut für angewandte Umweltbildung angebotene Lehrgang „Outdoor education“ setzt sich aus mehreren thematisch recht unabhängigen Module zu verschiedenen Themen zusammen. Die zwei bis dreitägigen Seminare behandeln jeweils einzelne Themen wie Natur- Spiel- Wildnispädagogik, Gruppendynamik, Genderthemen und Risiko.


Dieser kurze Ausflug in die Bildungslandschaft zeigt, dass sich in den letzten Jahren parallel zueinander einige Angebote entwickelt haben, die sich nach meinem Eindruck recht gut ergänzen und für Interessierte eine gute Auswahl und ein breites Spektrum ermöglichen.

Was mich persönlich, gerade in solch einem Handlungsfeld, allerdings etwas verwundert ist, dass die Mehrzahl der angebotenen Lehrgänge ohne gecoachte Praxisprojekte auskommen.

Allgemeine ist die Tendenz zu beobachten, dass sich in Österreich die Anbieter eher dem Begriffe des Outdoortrainers oder der Outdoor Education hingezogen fühlen und weniger den Begriff der Erlebnispädagogik. Das mag zum einen an der hierzulande traditionellen Vorliebe für Anglizismen liegen, lässt aber auch andere Spekulationen zu.
„Outdoor“ verspricht das modernere Berufsbild und man umgeht damit die vorbelasteten und abgenutzten Begriffe. „Outdoor“ klingt modern – proklamiert die Anbindung an Amerikanische und Britische Vorbilder.
Outdoor führt aber teilweise auch in die Irre! Anforderungen an Outdoor Trainer sind noch deutlich weniger formuliert als das Anforderungsprofil für Erlebnispädagogen – der Begriff ist schon jetzt noch mehr Sammelbecken aller Arten von Aktivitäten und handelnden Personen.
Ein weiterer, besonderer Reiz liegt wohl in der Annahme der lukrativeren Jobs - im vermeintlichen Andrang von Kunden aufgrund des im Vordergrund stehenden Versprechens auf Abenteuer und Fun – beides sehr im Trend liegende Attribute!
Doch wie der letzte Kongress erleben&lernen mit dem Schwerpunkt Outdoortraining für mich gezeigt hat gibt es durch diese Diffusion v.a. eines - jede Menge arbeitssuchender Outdoortrainer.

Zur österreichischen Vorliebe zum Englischen Begriffs, noch kurz einen, statistisch nicht wirklich aussagekräftigen, aber doch irgendwie ganz spannenden Zahlenvergleich. Bei Eingabe in google zeigt die Suchmaschine bei dem Begriff „erlebnispädagogik“ auf Österreischischen Seiten 953 Treffer auf Deutschsprachigen allgemein werden ca. 20.000 Treffer angezeigt
Bei dem Begriff „outdoor education“ steigen die Zahlen in Österreich bereits auf 1170 deutlich an während die Treffer auf allen deutschsprachigen Seiten auf 6.500 fallen – das entspricht nur noch einem Viertel der Pädagogischen Treffer.


PROJEKT- UND PROGRAMMLANDSCHAFT

 

 

 

Auch für die Projekt- und Programmlandschaft kann ich Ihnen wiederum nur einen Überblick anbieten und verzichte großteils auf detaillierte Schilderung – es wäre gerade zu tragisch, könnte es in einem Vortrag gelingen, alle aktuellen Projekt und Programme Österreichs darzustellen. Auch muss ich sagen, dass ich bei allen diesbezüglichen Recherchen in den letzten Jahren stark auf persönliche Kontakte angewiesen war – das worl-wide-web bietet derzeit recht viel Information zu Weiterbildungsmöglichkeiten, aber sehr wenig über die Praxis.

Als sehr erfreulich möchte ich hier betonen, dass erlebnisorientiertes Arbeiten ebenso wie pädagogische und therapeutische Ansätze, so gut wie alle Zielgruppen erreicht haben. Das eher typische Klientel der Jugendwohlfahrt ebenso wie Menschen mit psychischer, geistiger und/oder körperlicher Behinderung. Im Bereich der Familientherapie werden handlungsorientierte Methoden inzwischen genau so selbstverständlich eingesetzt wie diese in der Arbeit mit Schulklassen und Lehrlingsgruppen das Erlernen von Schlüsselqualifikationen erleichtern sollen.

Outdoortrainigs werden für Personal- und Organisationsentwicklung eingesetzt - Teamtrainings, Assessments und Incentivs erfreuen sich in Österreich einer steigenden Nachfrage – dementsprechend schießen zur Zeit Anbieter und Programm wie Pilze aus dem Boden. Ein guter Indikator dafür sind die immer noch steigenden Zahlen an Stationären Seilgärten.
Aber auch die Verbreitung der Kletterwänden in Schulen und die vielen Lehrer die sich in diesen Methoden „schulen“ lassen zeigen eine ausgedehnte Suche nach Alternativen, nach neuen Wegen in der Begleitung und Unterstützung von Persönlichkeitsentwicklung. Allein in Obernberg sind jährlich ca. 500 Schüler die für ihre Klasse individuell konzipierte soziale Trainings nutzen.

Auch der von Zukunftsforschern proklamierten Sehnsucht nach Verlangsamung und Stille, dem immer wichtiger werdenden Bedürfnis dem Dauerstress der Übermedialisierung zu entfliehen kommen schon jetzt einige Angebote entgegen.

Was mir persönlich besonders am Herzen liegt ist die Entwicklung in den Schulen und von Programmen, die Kindern und Jugendlichen Freiräume für Entwicklung bieten bevor sie sich diese mit „kreativem - auffälligem“ Verhalten erkämpfen müssen, um sich auszuprobieren und ihren Lebenskontext zu spüren versuchen. Freiräume zum „Erleben“ um damit die später viel aufwendigere „Erlebnistherapie“ zu vermeiden.
Damit könnte sich diese Methode auch wegentwickeln vom „letzten Rettungsanker der Nation vor ihren schwierigsten Endprodukten“ – nämlich den Jugendlichen die außer den Erlebnispädagogen niemandem mehr „zugemutet“ werden können – hin zu einer primärpräventiven Gesundheitsförderung.


Zur Szene selbst möchte ich Ihnen zunächst exemplarisch einige Eindrücke aus Tirol wiedergeben, da ich dort am meisten Einblick bekommen haben.

Hier weiß ich z.B. von einem aktuellen internationalen Projekt, deren Jugendliche sich, aufbauend auf dem 1999 begonnenen Regenbogenprojekt, bis heute regelmäßig treffen, um gemeinsam mit Hilfe von handlungsorientierten Ansätzen an situationsbezogenen Themen zu arbeiten – daran beteiligt ist eine Heimeinrichtung aus der Nähe von Innsbruck, aus der allein fünf MitarbeiterInnen die berufsbegleitende Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik der AV-Jugend absolviert haben, und deren Gruppenkonzepte Erlebnispädagogik seither integrieren.

Es gibt Programme und Projekt in der Arbeit mit konsumierenden und/oder sich auf Entzug befindlichen Drogenabhängigen die Beziehungsprozesse – soziale wie die zum eigenen Körper – ganz wesentlich mit erlebnispädagogischen Ansätzen begleiten. Sehr intensiv wird durch die hier möglichen Prozesse auch vorbereitend für die Arbeitstherapie an Selbstwertthemen gearbeitet.

Extrem spannen finde ich die Beobachtung, dass gerade im Bereich der Arbeit mit Menschen mit Behinderung der Mut der Betreuer, handlungsorientierte Konzepte auf ihr Klientel zu übersetzten, stark steigt und inzwischen in einigen Einrichtungen sehr konsequent die Rollstühle nach draußen geschoben werden – und zwar nicht nur wieder ins nächste Kaffee, sondern in durch maximale Autonomie gestaltete „Abenteuerlandschaften“.

Zu diesem Thema gibt es heuer, im „europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung“ einige Angebote. So lädt Integration Österreich Ende Mai an die Pädak Linz zur Tagung „Qual-I-tät und Integration“ ein.
Im Wichernhaus bei Nürnberg wird es im Oktober den zweiten Kongress zur Erlebnispädagogik mit Behinderung „K-EP-2“ geben.
Eine praxistaugliche Sammlung von Informationen zu diesem Thema ist der Alpenvereinsjugend mit dem 3D Spezial „leben mit Handicap“ gelungen.
Und vieles mehr.


Allein aus den Projektberichten der AbsolventInnen der Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik könnte ich aus ca. 120 durchgeführten Praxisprojekten zitieren und jeder von Ihnen könnte aus dem Stegreif wahrscheinlich noch vieles zu dieser Sammlung beitragen – alleine das zeigt für mich eine sehr erfreuliche Entwicklung auf.


Natürlich kann man auch hier wiederum Grundsatzdiskussion führen, ob erlebnispädagogisches Arbeiten in Kurzzeitprojekten überhaupt möglich ist – Ich möchte die Diskussion an dieser Stelle damit ersetzten, dass ich meine Erfahrung, nämlich die, dass, in einen Gesamtkontext gut eingebettete Maßnahmen durchaus vielversprechend sind, ernst nehme. Und ich denke das ist ja auch Thema dieser Tagung – die sinnvolle Integration in das professionelle berufliche Alltagshandeln.

Spezialisten für professionelle Langzeitprojekte sind seid mehr als 10 Jahren das Zentrum Spattstrasse und das LSB-Netzwerk. Nach der Totsagung der Langzeitprojekt durch die durchaus ernstzunehmenden Ereignisse im letzten durchgeführten Wüstenprojekt vor drei Jahren ist es wieder so weit. Mit „Island 2003“ planen die Kooperationspartner das meines Wissens erste Langzeitprojekt dieser Art in der Zeitrechnung nach „Wüste“.
Der, außer in den Medien, recht konstruktive Umgang in der Aufarbeitung der Ereignisse hat frei nach dem Spruch von Max Frisch „die Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“ zu vielen Weiterführenden Diskussionen, zur Entwicklung von Standards und nicht zum Sterben der Erlebnispädagogik geführt.

Ähnlich wie in Deutschland nach den Vorfällen in Australien 1995 hat es zwar zunächst zu einer „Kannickelstarre“ geführt - doch letztendlich ist der Selbstheilungsprozess der intensiven gesunden Auseinandersetzung mit professionellem Handeln, verantwortlich für den Gewinn für alle Beteiligten.

Schlimm wäre der Englische Weg gewesen, der, wie wir in den Diagrammen gesehen haben, stark in der Abnahme ist. Ausgelöst wurde dies unter andern durch einen einzigen tödlichen Unfall eines Jugendlichen beim Kajakfahren – wobei das noch dazu außerhalb der beaufsichtigten Trainingszeiten geschah – der eine Flut von Gesetzen ausgelöst hatte. Der Handlungsspielraum für Erlebnispädagogik wurde dadurch so drastisch beschnitten, dass es in England, wo schon jede Schule eigene Trainer beschäftigte, letztendlich wirklich fast zum aussterben der Methode führte.


Und so sieht es Österreich nach meiner Einschätzung ganz und gar nicht aus. Es gibt immer mehr Fachtagungen. So wurde beispielsweise erst vor kurzem in Wien zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Risiko und Erlebnispädagogik“ und in Obernberg zur Diskussion über „Naturbeziehung als Auftrag moderner Pädagogik“ eingeladen.

Eine ganze Palette von Großen Fachveranstaltungen wird immer wieder auch im benachbarten Ausland, teilweise mit starker österreichischer Präsenz angeboten.

Ein großes Interesse der öffentlichen Bildungsträger, der Länder, der Verbände, etc. deuten auf ein weiteres Wachstum der Szene hin. Auch gibt es starke Fördermöglichkeiten aus Töpfen der EU, erste Versicherungsmöglichkeiten für Erlebnispädagogen und so wieter.
Die aber immer noch vorhandene Schwierigkeit einen österreichweiten Überblick über aktuelle Anbieter, Programme und Veranstaltungen zu erhalten, ohne sich einer recht aufwendigen Recherche auszusetzen, liegt meiner Meinung nach primär an der mangelnden Vernetzung! Immer wieder erreichen mich verzweifelte Mails mit der Bitte um Rat und Hilfestellung bei der Suche nach bestimmten Angeboten in Österreich.

Anders in Deutschland
Ein Klick auf die www.erlebnispaedagogik.de von Michael Rehm und man kann sich über nahezu alle aktuellen Angebote informieren. Anbieter, Programme, Jobbörse, Literatur, Forschungsergebnisse, etc, etc, sind dort per mouseklick abzurufen. Leider ist es auch dort sehr schwer eine Auswahl oder einen Überblick über die Angebotspalette in Österreich zu erhalten.

Ich kenne Michael recht gut und weiß auch von Ihm, dass die Seite wirklich lebt. Einen Tag in der Woche arbeiten sie die aktuellen Informationen ein, Anbieter senden inzwischen ganz automatisch ihre Neuerungen. Kostenpflichtig sind dabei nur die Banner auf der Startseite.

Als sehr erfrischende Initiative in Österreich erlebe ich da den Versuch von Marko Seierl, der seine Diplomarbeit mit einer recht ansehnlichen Hompage begleitet und dort eine Befragung zu erlebnispädagogischen Kurzzeitprojekten durchführt. Unter www.erlebnispaedagogik.at.tt kann man sich über Grundlagentheorie informieren, einige weiterführende links bedienen und seinen Fragebogen ausfüllen.


NETZWERKE - SZENE – WIE SINNVOLL IST VERNETZUNG ?

In enger Abstimmung mit Michael Rehm– also nicht mit der Idee ein Konkurrenzprodukt aufzubauen, planen wir nun seit fast zwei Jahren in Österreich ebenfalls ein solche Plattform zur Verfügung zu stellen. Wie viele Projekte die nicht unmittelbar an einen Termin gebunden sind verzögert sich die Umsetzung seither leider immer wieder. Nun scheint aber der Startschuss dazu gefallen zu sein!

 

Homepageentwurf

Die Finanzierung übernimmt die Alpenvereinsjugend, ein Redaktionsteam renommierter Fachleuten aus ganz Österreich wird sich um die inhaltliche Qualität bemühen und erste Beiträge sind bereits eingelangt. Wichtig jetzt, die Seite bekannt zu machen und das eventuell vorhandene Misstrauen abbauen – dann könnte ein solches Instrument helfen Netzwerke aufzubauen.

Aber wie wichtig sind denn diese „Netze“? Welche Vorteile bringt denn eine „Szene“? Ist es nicht viel feiner, wenn jeder so für sich bleibt?

Es hat sicher Vorteile so vor sich hinzuwurschtln – da schaut einem niemand in die Karten und man selbst nicht über den Tellerrand – eine kleine Gemeinde von Jüngern sind Existenzberechtigung und die Angst vor der Konkurrenz ist groß.

 


Netzwerk- und Szenearbeit verlangen ein Umdenken. Solange man in Kategorien der Konkurrenz denk kann man nicht in denen von Synergien denken.

Zu beobachten ist, dass Krisen, wie die durch die Wüste ausgelöste, das Potential zur Synergie anregen, da geht es dann nämlich beispielsweise darum, allgemein gültige fachliche Standards zu definieren. In diesem Falle haben sich die Richter und das Land die Zeit genommen diese, sozusagen nachträglich, zu suchen und unzählige Sitzungen mit Experten einzuberufen – in anderen Fällen kann es passieren, dass die Rechtssprechung diese Standards einfach per Gesetz beschließt – siehe England.

Gerade der fachliche Austausch auf den Ebenen der hard-, soft- und metaskills kann helfen ein Handlungsfeld mit hoher Verantwortung aber viel pädagogischem Spielraum zu etablieren.
Das kann eine Homepage sicher nicht leisten – sie kann aber darüber informieren wo diskutiert wird und welcher status quo erreicht ist.

In diesem Ansinnen hat auch EPA die letzten Jahre gearbeitet. Bei dem Versuch eine Art Dachverband zu etablieren hat sich Erlebnispädagogik Austria in langer Diskussion eine Präambel erarbeitet um von ihr aus handeln, argumentieren und entwickeln zu können.
Solche Prozess sind Grundlage dürfen jedoch nicht zur ewigen Mühle der Grundsatzdiskussionen werden.

Eine handlungsfähige breite Entwicklung, die sich im Grundsätzlichen abstimmen und im Kreativen befruchten kann – das könnte eine mögliche Vision sein.
Viele der mir bekannten Experten österreichischer Erlebnispädagogik haben in Vorgesprächen meinen hier wiedergegebenen Eindruck, der mangelnden Kommunikation und des fehlenden Überblicks, bestätigt und dies ebenfalls sehr bedauert.

Das Fundament aus persönlichen Begegnungen virtueller Vernetzung und schriftlichem Austausch – dazu gibt es das Angebot der internationalen Fachzeitschrift erleben & lernen – könnte das Berufsfeld weiter etablieren helfen und ein weiterer Schritte sein um die Schönheit der Landschaft und deren Vielfalt etwas ans Tageslicht zu bringen. Damit sich die Konturen dieser Landschaft nicht im Dunst verlieren, hoffe ich auf eine Grenze der Integrationsfähigkeit von Erlebnispädagogik zu Gunsten der Kommunizierbarkeit und Professionalisierung der Methode.


Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!





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